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Fontanes „Effi Briest“: Rezension — 4 Kommentare

  1. Hi Kit, so ging`s mir auch, als ich (ja, auch ich, seufz) das Werk in der Schule lesen musste:
    „ein guter Spiegel der Zeit, in der das Buch entstand.“
    aber lesenswerte Literatur im Sinne ästhetischen Genusses oder Identifikation mit auch nur einem der Protagonisten? Irgendwie nicht…
    Aber nachdem ich mich (in meiner häufig etwas aufgeregten Art) letzthin mit Vi darüber gestritten habe, ob es denn wirklich notwendig sei, seit Jahrzehnten immer wieder den glichen Literaturkanon durchzuhecheln und sie mich während unseres Streitgespräches auf die anzustrebende Kenntnis der Werke möglichst vieler Epochen hinwies, denke ich doch, dass solche Werke wohl gelesen werden müssen, frage mich aber, ob die entsprechenden Epochen nicht doch auch literarisch ansprechenderes hervorgebracht haben…

    • Oh ja, Genuss und Identifikation findest du da wirklich nicht (auch wenn ich ganz froh bin, dass ich mich mit Effi nicht identifiziert habe…). Wir lesen es zum Beispiel, weil die Jugend über verschiedene Epochen hinweg wohl auch ein Abi-Modul ist und die Korrekturleser deiner Deutschklausur wohl jedes Mal fast in Ohnmacht fallen vor Freude, wenn man möglichst viele Werke aus unterschiedlichen Epochen miteinander vergleicht.
      Und das ist ja auch wirklich interessant! Immerhin hat sich das Menschenbild und das Wertesystem der Menschen innerhalb der letzten Epochen ja wirklich sehr verändert und hier Literatur als Anhaltspunkt für einen Vergleich zu nehmen, ist sicher auch nicht dumm.
      Jedoch ist es ja leider meistens so, zumindest bei mir, dass man nur ein Werk der Epoche wirklich intensiv behandelt, andere werden vielleicht höchstens einmal kurz angelesen, das macht den Blick auf die Epoche natürlich auch etwas eng.
      Naja, über inhaltlichen und strukturellen Aufbau unseres lieben Schulsystems könnte ich wahrscheinlich eine eigene Hass-Predigt schreiben, also halte ich ab hier mal die Luft an und wünsche dir noch ein schönes Wochenende!
      Kit

  2. Naja, in Ba-Wü gehört das nicht zum Lehrplan. Wir lesen „Agnes“ von Peter Stamm, „Homo Faber“ von Max Frisch und Georg Büchners „Dantons Tod“ (zufälligerweise alles südwestliche Autoren) und Effi Briest steht zumindest offiziell nicht auf dem aktuellen Plan.

    Daneben, erwähnenswert vielleicht, dass man sich in Deutsch und Mathe prüfen lassen muss? 😛

    • Bei uns steht es auch nicht gesetzt auf dem Lehrplan, aber…naja, meine Lehrerin fand das scheinbar irgendwie sinnvoll…Dantons Tod ist aber bei uns auch, das fand ich ehrlich gesagt ziemlich cool! Ich mag diese ganzen Anspielungen auch auf die Antike oder die Literatur und diesen geschichtlichen Kontext…haaaach, da ist es doch nicht verwunderlich, dass ich bei Deutsch, Geschichte und Latein als Leistungskurse hängen geblieben bin… ;D