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Welcome to the sinister & suspicious Parade! — 6 Kommentare

  1. Und die Schatten schienen sich zurückzuziehen, auf merkwürdige Art, sie waren noch da, aber zunehmend weniger bedrohlich, sie schienen zu verfließen und zugleich klarer zu werden, ja fast ein wenig silbrig zu erglänzen, gleich wie das Mondlicht im langen schwarzen Haar der Erscheinung auf dem Stuhl, einer Erscheinung, deren Vorhandensein im übrigen merkwürdigerweise den Würgegriff der Angst, ja der Panik, die mich zuvor umfangen hatten nicht nur nicht verstärkte, sondern sie gleichsam zu etwas Anderem werden ließ: Ich empfand eine merkwürdige Mischung aus Trauer, jener Art von wohltuendem, ziehendem Schmerz, ich weiß nicht, ob ihr das kennt, und einer innigen, tiefen – Wiedersehensfreude, als wäre mir das Mädchen auf dem Stuhl eine alte, sehr sehr gute Bekannte und zudem eine geliebte Freundin.
    Und so, denn ich war wirklich sehr müde, und das Grauen zuvor und die nachfolgende tiefe Erleichterung, ja: Freude hatten mich offenbar wirklich empfänglich für ihn gemacht, schloss mich der Schlaf in seine Arme, wie ein Mensch, dem ich zutiefst vertraute und der einfach seinen dunklen Umhang um mich legte, während ich sicher und glücklich auf seinem Schoss einschlief.
    Ich erwachte sehr spät, es war Sonntag, die Vögel zwitscherten, die Sonne schien, ein leichter Duft von in der Sonne trocknendem Gras lag in der Luft, und vor dem Fenster hörte ich eine vorbeisummende Biene. Ich war glücklich, ich erinnerte mich nicht mehr genau an die Grauen der Nacht zuvor und die Gestalt auf dem mondbeschienenen Stuhl, aber ich entsinne mich des Gefühls von tiefer Geborgenheit und Sicherheit, das mich hielt und hält… Erst Jahre später kam die Erinnerung an jene Nacht zurück, und ich begann zu ahnen, wer das Mädchen auf dem Stuhl gewesen war… aber das ist eine andere Geschichte.

  2. Hi Vi, diese kleine Fortsetzung enthält vielleicht den Stoff zu mehr, oder?

  3. Super Idee und echt schön geschrieben! Ich bin begeistert – nur schade, dass du der/die einzige bist, der mitmacht 🙁
    Danke trotzdem für den schönen weitererzählteil!
    Liebe Grüße Vi

  4. Finde ich auch schade – deine Vorgabe ist doch eigentlich wirklich gut …

  5. Ich muss mich entschuldigen, dass ich nach all der Zeit immer noch nichs geschrieben habe, zu der Weitererzählgeschichte. Ich komm nicht dazu. Immerhin habe ich wieder einen Wander-TAG für euch.

    • Jetzt bin wohl ich es, die sich entschuldigen muss – eine ganze Zeitlang haben wir den Blog wegen Streitigkeiten ganz aus den Augen verloren und jetzt, wo wir uns wieder vertragen haben, haben wohl sowohl Kit als auch ich irgendwie nie richtig Zeit gefunden, etwas zu schreiben. Kein Wunder bei all dem Vorabi-Stress… Also verstehe ich total, dass du nicht dazu gekommen bist! Über den Wander-TAG fruen wir uns natürlich trotzdem riesig!