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Kommentare

Wo hört Zivilcourage auf und fängt Selbstüberschätzung an? — 8 Kommentare

  1. Ja, ich weiß es auch nicht – ich kenne dieses absolut hilflose Gefühl, und es tut mir wirklich leid, dass du so etwas mit ansehen musstest; unnötig, brutal, dumm… ich hasse die Nazis, die momentan aus dem Boden zu kriechen scheinen wie die Ratten, zahllos und infektiös, ohne Ende, aber Menschen tätlich anzugreifen und zu verletzen ist i m m e r sehr sehr schlecht!

  2. Ich hab grad richtig mitgefühlt, als du dein Erlebnis beschrieben hast. So krass hab ich es noch nie erlebt, aber es gibt manchmal schon Situationen, wo es heißt: Mitmachen, einschreiten oder zuschauen. Fängt ja schon beim Lästern an, und natürlich bei Mobbing. Alle gegen einen eben.
    Ich finde, du hast dich sehr mutig verhalten. Und auch wenn es ein Nazi war – zu dritt gegen einen ist nie in Ordnung, wie du selbst schön geschrieben hast.
    Generell die radikale Antifa-Bewegung – ich weiß nicht. Rechtsextrem ist schlecht, aber linksextrem ist auch nicht gut.
    Ich glaube, ich hätte mich da nicht so viel getraut. Man meint ja immer, man sei anders, aber konkret sieht die Sache dann oft anders aus (Allerdings ist es bei nem Typ mit nem Knüppel vielleicht auch nicht ganz ungefährlich und klug, sich direkt in die Gefahrenzone zu begeben .. )

    Super Post! Du sprichst da echt ein wichtiges Thema an.

    Liebe Grüße,
    Cho

  3. Ja, ich finde auch, dass sich die linksextremen nicht richtig verhalten, im Moment. Gerade diese brutale Art könnte zu einer noch krasseren Rechtsbewegung führen und die Fronten schaukeln sich dann gegenseitig hoch…
    Danke, es freut mich, dass du denkst, mein handeln sei richtig gewesen – ich war mir im nachhinein nicht mehr sicher, obwohl ich wusste, dass das Eingreifen auf jeden Fall ein Fehler gewesen ist.
    Liebe Grüße
    Vi

    • Stimmt, und das ist ja die Grundproblematik, dieses Denken, dass Gewalt mit Gewalt bekämpft werden muss. Aber die Nazis werden dadurch, dass sie von Linksextremen verprügelt werden, sicher nicht von ihren falschen Überzeugungen bekehrt. Wie du sagst: die beiden Fronten schaukeln sich im Endeffekt nur hoch…
      Ich finde schon, dass Rechtsextremismus bekämpft werden muss, aber so funktioniert es wohl eher nicht.

      • Ich finde es immer wieder erschreckend, wie nah sich doch die gegensätzlichsten Gesinnungen kommen, wenn sie ins Extreme abrutschen, wir haben erst gestern im Englischunterricht ein Gedicht gelesen, in dem jemand seine Ansicht gegenüber Fanatikern und Extremisten schildert, das war richtig abartig! Er hat dann zum Beispiel geschrieben, dass man sie verfolgen und blutig schlagen sollte, und wenn sie sich dann immer noch bewegen, sie rädern sollte, bis ihnen die Glieder reißen…da wird einem schon kurz schlecht bei, finde ich. Und solche Leute, die in ihrem Hass gegen andere so aufblühen, dass sie selbst zu so unmenschlichen Gedanken kommen, und die schlimmstenfalls noch in die Tat umsetzen, das sind die wirklich gefährlichen, glaube ich.
        Ich bin auf jeden Fall sehr sehr froh, dass dir nichts passiert ist, meine liebe Vi, und mega stolz und beeindruckt, was du dich getraut hast, ich muss auch sagen, dass ich von mir nicht mit Gewissheit behaupten kann, dass ich den Mut dazu gehabt hätte.

      • Ja, Rechtsextremismus muss auf jeden Fall bekämpft werden, da bin ich ganz deiner Meinung! Ich finde auch, dass gegen gewisse politische Parteien oder auch schon einzelne Hetzer vorgegangen werden muss. Aber die Vorgehensweise sollte schon immer noch menschlich bleiben – sonst kann man sich auch nicht über die Unmenschlichkeit solcher Leute beschweren…
        Liebe Grüße Vi

  4. Richtig und Falsch verschwimmt immer mehr und das in der modernen Welt, in der jeder für sich selbst Verantwortung tragen muss. Gerade weil wir in einer liberalen Gesellschaft leben gibt es keine richtige Antwort.

    Ich weiß nicht, ich würde in der Situation nicht wissen was tun. Aber im Nachhinein wäre ich ziemlich sauer, auf Menschen, die aus meiner Sicht behaupten, für das Gute zu stehen und dann nicht besser handeln.

    Da ist das Klima bei uns irgendwie anders, nicht so aufgeheizt und polarisiert sondern eher so eine ländliche Ignoranz, bei der den Menschen politische Korrektheit Wurst ist. Viele AfD-Wähler, aber das eigentlich nicht mal überraschend oder erschreckend sondern nur traurig, weil man es im Bauchgefühl schon wusste.

  5. Naja, wir leben in einer kleinen Studentenstadt, klar sind die Leute da eher links eingestellt. Aber eigentlich waren wir hier auch eher dafür bekannt, eine friedliche Antifa-Bewegung zu haben, deshalb hat mich das wohl noch mehr schockiert… Ich dachte eben wirklich, so etwas käme nur im Tatort vor – so kann man sich täuschen.